Milliarden-Investition für Lkw-Werk und E-Modelle in Krakau

Artikel vom 23. Juli 2026
Leichtlastwagen unter 7,5 t

MAN will rund 1,2 Mrd. Euro in Krakau investieren. Geplant sind mehr Produktionskapazität, die Vorbereitung der nächsten Lkw-Generation und der Serienstart des leichten Elektro-Lkw »MAN eTGL« am polnischen Standort.

MAN plant Investitionen von rund 1,2 Mrd. Euro in den Standort Krakau (Bild: MAN Truck & Bus).

Der Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus will den Standort Krakau weiter ausbauen und hat dazu ein Memorandum of Understanding mit der polnischen Regierung unterzeichnet. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,2 Mrd. Euro und reicht bis weit in die nächste Dekade. Bis 2030 stehen zunächst der Ausbau des Werks, die Vorbereitung der nächsten Lkw-Generation auf Basis des »TRATON Modular System« sowie zusätzliche Produktionskapazitäten im Fokus.

Grundlage der Projekte ist die Verständigung mit der Mitbestimmung im Rahmen des Zukunftsprogramms »MAN2030+«. Darin wurden unter anderem Investitionen für die nächste Fahrzeuggeneration innerhalb des europäischen Produktionsnetzwerks vereinbart. Die nun beschriebenen Maßnahmen setzen diese Planung am polnischen Standort konkret um.

Mehr Fertigungstiefe am Standort

In Krakau sollen zunächst Karosseriebau und Lackierung aufgebaut sowie die Fahrerhausausstattung erweitert werden. Dafür entstehen zusätzliche Produktionshallen für die Fertigung lackierter Karossen. Nach Abschluss der Ausbauprojekte soll die Produktionsfläche von derzeit 130.000 m² auf rund 270.000 m² wachsen und sich damit ungefähr verdoppeln.

Mit dem Ausbau erhöht MAN Truck & Bus die Wertschöpfungstiefe am Standort deutlich. Gleichzeitig schafft das Unternehmen die Voraussetzungen, um die kommende Fahrzeuggeneration in Krakau zu fertigen. Der Standort erhält damit eine größere Rolle im europäischen Produktionsnetzwerk. Weitere Investitionen in Zukunftsprodukte sind zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.

Krakau wird zweiter elektrifizierter Lkw-Standort

Parallel zum Ausbau der Fertigung startet in Krakau die Produktion weiterer vollelektrischer Fahrzeuge. Ab Mitte Juli 2026 wird der leichte Elektro-Lkw »MAN eTGL« vollständig am Standort gefertigt. Später im Jahr 2026 soll auch eine neue mittelschwere vollelektrische Lkw-Baureihe folgen.

Damit wird Krakau nach München zum zweiten elektrifizierten Lkw-Produktionsstandort des Herstellers. In München entstehen bereits schwere Elektro-Lkw. Durch die zusätzlichen Baureihen deckt das vollelektrische Lkw-Portfolio künftig Gewichtsklassen von 12 bis 50 Tonnen ab. Es richtet sich an gängige Transportanwendungen von leichten Verteilerverkehren bis zum schweren Fernverkehr.

Die Investitionen verbinden den Ausbau klassischer Produktionsbereiche mit der Elektrifizierung des Portfolios. Für den Standort Krakau bedeutet das mehr Fertigungstiefe, zusätzliche Kapazität und eine stärkere Einbindung in die künftige Lkw-Produktion innerhalb des europäischen Netzwerks.

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