Bohrschlammrecycling: Recycling-Truck mit mehr Durchsatz
Lastwagen über 7,5 t
Max Wild zeigt auf der Nordbau 2026 den weiterentwickelten »Mudcleaner« für HDD-Projekte und Geothermiebohrungen. Der Recycling-Truck arbeitet mit größerer Zentrifuge, optimierter Steuerung und neuen Ausstattungsoptionen für Baustellen.

Im Inneren des Trucks übernimmt die Recyclinganlage die Aufbereitung des Bohrschlamms (Bild: Max Wild).
Auf der Nordbau 2026 vom 9. bis 13. September in Neumünster präsentiert Max Wild auf dem Freigelände Nord (N268) den weiterentwickelten »Mudcleaner«. Die Recycling-Lösung für HDD-Projekte und Geothermiebohrungen bereitet Bohrschlamm direkt auf der Baustelle auf. Dadurch sinken laut Anbieter Wasserverbrauch, Abfallmenge und Entsorgungskosten im Durchschnitt um bis zu 90 %. Zugleich werden Prozesswasser wiederverwendet, weniger Material zu Deponien transportiert und Transportfahrten reduziert.
Den Ansatz gibt es als mobiles, halbmobiles und stationäres System. Der Recycling-Truck ist als Gesamtzugkonzept aus Lkw und Bohranlage ausgelegt. Als Basis dient ein »MAN TGS 18.460« mit Platz für die Recyclinganlage sowie zwei Spülungstanks à 3.000 l. Angeboten werden zwei Ausführungen: ein 2-Achser mit Planenaufbau und ein 3-Achser mit Kofferaufbau. Anwender haben damit Lkw, Recyclingtechnik und Bohranlage kompakt zusammen und können Logistik, Transportwege und Zeit auf der Baustelle reduzieren.
Mehr Durchsatz durch Zentrifuge und Steuerung
Eine größere Zentrifuge in der Reinigungsanlage erhöht die Leistung um bis zu 33 %. Statt ursprünglich 300 l pro min erreicht das System nun bis zu 400 l pro min. Die überarbeitete Steuerung soll die Bedienung vereinfachen und höhere Durchsätze ermöglichen. Dafür überwacht Sensorik die einzelnen Komponenten. Über Automatisierung und Bedienpanel lässt sich die Anlage parallel zum Baustellenbetrieb führen. Laut Pressemitteilung kann eine HDD-Baustelle mit Recycling-Lkw von zwei Personen abgewickelt werden.
Varianten und Baustellen-Features
Neu ist eine halbmobile Recycling-Einheit auf Abrollcontainer. Sie schließt die Lücke zwischen Truck- und stationärer Variante und lässt sich mobil nutzen. Für den Recycling-Truck sind außerdem weitere Ausstattungen verfügbar. Dazu gehören eine optionale Standheizung, eine faltbare Ladebordwand zum Be- und Entladen von Equipment, ein fest installierbarer Hochdruckreiniger sowie wahlweise ein Heckauswurf statt eines seitlichen Auswurfs der Bohrstoffe. Ergänzend nennt der Anbieter unter anderem Rückfahrkamera, Abbiegeassistent und zusätzliche Komponenten wie Grubenpumpen.
Finanzierung, Service und Einsatzbereich
Für Bauunternehmen und Kommunen stehen verschiedene Finanzierungsmodelle zur Verfügung: Direkt- beziehungsweise Neukauf, Gebrauchtkauf, Leasing und Miete. Beim Leasing sind Laufzeiten von 12 bis 60 Monaten vorgesehen. Beim Mietkauf wird der Recycling-Lkw über feste Raten gemietet; nach Ablauf der Mietdauer geht er in das Anlagevermögen des Kunden über.
Für Servicefälle verweist die Pressemitteilung auf die hauseigene Werkstatt »DIE WERKSTATT«, die von 7 bis 24 Uhr erreichbar ist. Ersatz- und Verschleißteile sind in diesem Zeitraum verfügbar. Ausgelegt ist der Recycling-Truck für kleinere bis mittlere HDD-Projekte mit einem Durchsatz von bis zu 180 m³ pro Tag. Im eigenen Einsatz begleitet die Technik laut Unternehmen durchschnittlich mehr als 200 Baustellen pro Jahr. Ein Vorteilsrechner auf der Website zeigt das Einsparpotenzial für unterschiedliche Bohrvorhaben; zusätzlich steht ein Video zur Technologie bereit.



