MAN testet Brennstoffzellen-Lkw im Projekt »Bayernflotte«

Artikel vom 26. August 2026
Lastwagen über 7,5 t

MAN hat drei Brennstoffzellen-Lkw an LoadFox übergeben. Im Projekt »Bayernflotte« fahren die Fahrzeuge drei Monate im regulären Logistikbetrieb zwischen München, Dachau, Nürnberg und weiteren Strecken in Süddeutschland.

Drei Monate lang testet LoadFox für MAN Truck & Bus drei Brennstoffzellen-Lkw unter realen Bedingungen im Projekt »Bayernflotte« (Bild: MAN Truck & Bus).

Im Forschungsprojekt »Bayernflotte« hat MAN Truck & Bus die Straßenerprobung von drei wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Lkw gestartet. Die Fahrzeuge wurden an LoadFox Transport Solutions übergeben und fahren drei Monate im regulären Logistikbetrieb. Die Routen verlaufen zwischen den Standorten München, Dachau und Nürnberg sowie auf weiteren Strecken in Süddeutschland. Der Test ist der finale Schritt eines vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderten Vorhabens.

Antrieb und Energiesystem

Die eingesetzten Lkw basieren auf einem elektrischen Antriebssystem, bei dem gasförmiger Wasserstoff in elektrische Energie umgewandelt wird. Zentrale Komponente ist das Brennstoffzellensystem des Projektpartners Robert Bosch GmbH. Hochvoltbatterien ergänzen die Energieversorgung, decken Lastspitzen ab und speichern Rekuperationsenergie. Die elektrische Antriebsachse »AxTrax2 dual« von ZF setzt die Energie in Vortrieb um.

Der Wasserstoff wird in 700-bar-Drucktanks von Forvia gespeichert. Die aktuell installierte Kapazität liegt bei 36 kg. Ausgelegt sind die Fahrzeuge für eine Reichweite von rund 450 bis 500 km. Die Antriebsleistung beträgt 350 kW, der Verbrauch im Praxiseinsatz liegt bei etwa 7 bis 8 kg Wasserstoff pro 100 km. Mit 4.000 mm Radstand, rund 11,5 t Eigengewicht und einer Zuggesamtmasse von bis zu 42 t sind die Fahrzeuge für den schweren Verteiler- und Fernverkehr ausgelegt.

Daten aus dem Logistikbetrieb

LoadFox übernimmt im Projekt die Rolle des operativen Logistikpartners. Das Inhouse-Transportunternehmen betreibt Prototypenfahrzeuge, autonome Fahrzeuge und erprobt digitale Dienste unter realen Bedingungen im Güterverkehr. Ziel ist es, durch den Einsatz neuer Technologien im täglichen Betrieb Erkenntnisse aus Kundenperspektive zu gewinnen und diese für die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen zu nutzen.

Die während der Erprobung gewonnenen Daten werden systematisch ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung von Wasserstofftechnologien innerhalb des Traton-Konzerns ein. Im Fokus stehen Effizienz, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit im täglichen Einsatz. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für künftige Fahrzeuggenerationen schaffen.

Einordnung der Technologie

Der Hersteller geht davon aus, dass batterieelektrische Nutzfahrzeuge im Straßengütertransport eine zentrale Rolle einnehmen werden. Genannt werden Energieeffizienz, Betriebskosten und das Potenzial zur Reduzierung von Treibhausgasen. Wasserstofftechnologien wie die in einer Kleinserie eingeführten »MAN hTGX« mit Wasserstoffverbrennungsmotor oder künftige Brennstoffzellensysteme können ergänzend in spezifischen Anwendungen eingesetzt werden, etwa auf sehr langen Transportstrecken oder in Regionen mit unzureichender Ladeinfrastruktur.

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