Integration trifft Fachkräftesicherung
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Die Manitou Deutschland GmbH zeigt am Beispiel von Ahmad, wie geflüchtete junge Menschen über Sprachtraining, Coaching und Ausbildung in den Arbeitsmarkt finden. Sein Weg führt vom Ankommen in Deutschland bis zur Ausbildung im Groß- und Außenhandelsmanagement.

Ahmad absolviert seit September 2025 eine Ausbildung im Groß- und Außenhandelsmanagement bei Manitou (Bild Manitou Deuschland).
Ahmad kam nach Stationen in Afghanistan und Russland im Juni 2023 nach Berlin. In Deutschland lernte er die Sprache, absolvierte 2025 erfolgreich den B2-Sprachkurs und startete im September desselben Jahres seine Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement. Vom Standort Friedrichsdorf aus steuert die Manitou Deutschland GmbH das Händlernetz für die Branchen Bau, Landwirtschaft und Industrie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Ausbildung führt Ahmad durch mehrere Unternehmensbereiche: vom Kundenservice über den Vertriebsinnendienst und die Ersatzteilabteilung bis zum Marketing. Im Vertriebsinnendienst erhielt er Einblicke in Maschinendokumente und Zulassungen. In der Ersatzteilabteilung bearbeitete er Tickets und lernte Maschinen, Anbau- und Ersatzteile besser kennen. Ein Garantie-Audit bei einem Kunden in Süddeutschland gab ihm zusätzlich Praxisnähe außerhalb des Ausbildungsbetriebs.
Sprachtraining und Coaching als Türöffner
Eine wichtige Rolle auf seinem Weg spielte das Projekt »CareerCompass« der Gesellschaft für Wirtschaftskunde (GFW) e. V. Das kostenfreie Programm unterstützt junge Menschen beim Übergang in den Beruf. Ahmad wurde durch Coach Peter Sauer begleitet, unter anderem bei der Berufswahl, beim Lebenslauf, im Bewerbungsprozess und bei der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Dass der Ausbildungsstart erst im September lag, passte zu seinem Zeitplan: Die für die Bewerbung nötigen Anerkennungsunterlagen erhielt er erst im Juli zurück.
Der Bildungsträger arbeitet seit vielen Jahren mit Jobcentern, Arbeitsagenturen, Schulen und regionalen Unternehmen zusammen. Angeboten werden Qualifizierungen, Sprachkurse und Coachings, die niedrigschwellig angelegt sind und auf konkrete berufliche Perspektiven zielen.
Ankommen im Team
Seinen ersten Arbeitstag hatte Ahmad am 1. September 2025. Er wurde durch das Haus geführt, lernte die Abteilungen kennen und erhielt so einen Überblick über die Abläufe. Nach eigenen Angaben fühlte er sich schnell eingebunden und nicht anders behandelt. Statt vereinfachter Aufgaben wurde er früh in die Arbeit der jeweiligen Abteilungen einbezogen.
Auch die Technik im Unternehmen weckte sein Interesse. Viele Fachbegriffe und Maschinenbezeichnungen musste er erst lernen; im weiteren Verlauf der Ausbildung möchte er zusätzlich den Fahrausweis für Flurförderzeuge erwerben. Neben Deutsch und seiner Muttersprache Persisch (Dari) spricht Ahmad Russisch und Englisch. Da der Konzern französische Wurzeln hat, möchte er im zweiten Lehrjahr Französisch lernen.
Perspektive für weitere Bewerberinnen und Bewerber
Für das Unternehmen ist die Zusammenarbeit mit der GFW auch ein Signal an künftige Bewerberinnen und Bewerber: Entscheidend sind Motivation, Persönlichkeit und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln. Ahmad verbindet mit seinem Ausbildungsplatz eine klare Perspektive. Die Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt; er möchte bei guten Leistungen auf zweieinhalb Jahre verkürzen.
Anderen jungen Geflüchteten rät er, die Sprache konsequent zu lernen, sich in die Gesellschaft einzubringen und Ziele zu verfolgen. Sein Satz bringt es auf den Punkt: »Die Sprache ist der Schlüssel für eine gute Integration.«



