Verbio meldet Ergebniswende und setzt stärker auf Biomethan

Artikel vom 24. September 2026
Lastwagen über 7,5 t

Verbio hat 2025/26 die Ergebniswende geschafft: Das Konzern-EBITDA stieg auf 193,7 Mio. Euro, die Verschuldung sank deutlich. Zudem sollen Dividenden zurückkehren, während Biomethan, Bio-LNG und biobasierte Chemikalien das Geschäft erweitern.

Bio-LNG-Tankstellen versorgen entsprechende Lkw mit dem speziellen Kraftstoff. (Bild: Verbio)

Die Verbio SE hat das Geschäftsjahr 2025/26 mit einem deutlich verbesserten Ergebnis abgeschlossen. Das Konzern-EBITDA stieg auf 193,7 Mio. Euro nach 14,2 Mio. Euro im Vorjahr und lag damit über der im Jahresverlauf angehobenen Prognose von 160 bis 180 Mio. Euro. Die Nettofinanzverschuldung sank zum 30. Juni 2026 auf rund 92 Mio. Euro. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 4. Dezember 2026 eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen.

Auch operativ legte der Konzern zu: Produziert wurden weltweit 1,218 Mio. t Biodiesel und Bioethanol sowie 1.410 GWh Biomethan. Die CO₂-Einsparung der produzierten und gehandelten Produkte lag bei 4,7 Mio. t CO₂-Äquivalent. Der Umsatz stieg um 18,5 % auf 1.872,7 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote verbesserte sich auf 59,7 %. Investiert wurden knapp 90 Mio. Euro, vor allem in biobasierte Chemikalien in Europa und Produktionsanlagen in den USA.

Biokraftstoffe und Biomethan mit Rückenwind

Das Marktumfeld hat sich nach Angaben des Unternehmens stabilisiert. Dazu trägt die nationale Umsetzung der überarbeiteten Erneuerbare-Energien-Richtlinie bei: Die Doppelanrechnung fortschrittlicher Biokraftstoffe entfällt, Kontroll- und Zertifizierungsmechanismen wurden verschärft, und die physische Erfüllung der Quotenverpflichtung zur CO₂-Reduktion rückt wieder stärker in den Mittelpunkt. Parallel verbesserten strengere Kapitaldisziplin, effizientere Prozesse und die Mehrfachnutzung der eingesetzten Biomasse die Wirtschaftlichkeit der Bioraffinerien.

Biomasse wird im Text als Baustein für Energiesicherheit, Preisstabilität und Klimaschutz eingeordnet. Genannt werden wachsende Beimischungen von Bioethanol in mehreren internationalen Märkten sowie die Rolle von E10 und E15 als preisgünstige Kraftstoffoptionen. Biomethan soll zudem über den Verkehr hinaus an Bedeutung gewinnen, etwa im Wärmemarkt und perspektivisch in industriellen Anwendungen.

Bio-LNG im Güterverkehr

Für den Lkw-Güterverkehr wird Bio-LNG aus regionalen Reststoffen als Alternative zu fossilem Diesel beschrieben. Laut Mitteilung sind damit bis zu 50 % niedrigere Kraftstoffkosten und eine CO₂-Reduktion von bis zu 100 % möglich. Reichweiten von mehr als 1.000 Kilometern je Tankfüllung sollen den Einsatz auch im Fernverkehr ermöglichen. Eine eigene Flotte mit rund 170 Bio-CNG- und Bio-LNG-Lkw sowie 46 eigene und Partnerstationen entlang wichtiger Transitrouten belegen laut Unternehmen die Praxistauglichkeit.

Zugleich fordert die Mitteilung bessere Rahmenbedingungen: Die Klimaschutzleistung von Bio-LNG solle bei der Lkw-Maut anerkannt werden, erneuerbare Kraftstoffe sollten bei steuerlichen Entlastungen gleichberechtigt berücksichtigt werden.

Biobasierte Chemikalien erweitern das Geschäftsmodell

Neben Kraftstoffen rückt die stoffliche Nutzung von Biomasse stärker in den Fokus. Am Standort Bitterfeld kommt mit der Herstellung biobasierter Spezialchemikalien eine weitere Wertschöpfungsstufe hinzu. Knapp 100 Mio. Euro wurden in eine Ethenolyseanlage auf Basis von Rapsmethylester im industriellen Maßstab investiert. Die Anlage soll schrittweise hochgefahren und am 6. Oktober 2026 feierlich in Betrieb genommen werden.

Künftig sollen dort bis zu 60.000 t biobasierte Spezialchemikalien pro Jahr entstehen. Sie können fossile Rohstoffe unter anderem in Schmierstoffen, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kunststoffen ersetzen. Zusätzlich hat der Konzern sein Handelsgeschäft für Biomassemoleküle über eine Tochtergesellschaft in Genf ausgebaut. Für 2026/27 erwartet der Vorstand ein Konzern-EBITDA zwischen 210 und 250 Mio. Euro. Dazu beitragen sollen vor allem höhere Produktionsmengen in Nordamerika, eine steigende Biomethanproduktion und zusätzliche Ergebnisbeiträge aus dem THG-Quotengeschäft.

Teilen
PDF-Download
Weiterempfehlen
Drucken
Anzeige Hersteller aus dieser Kategorie
Auktion & Markt AG, Autobid.de
Sandbornstr. 2
D-65197 Wiesbaden
0611 44796-750
autobid@auktion-markt.de
www.autobid.de
Firmenprofil ansehen