New Holland erhält drei EIMA-Auszeichnungen für Agrartechnik
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New Holland wurde bei den EIMA Technical Innovations Awards 2026 für drei Technologien ausgezeichnet: das »T4F eSource Mild Hybrid System«, eine Lösung für produktiveres Pressen und eine intelligente Traktionssteuerung für Mähdrescher.

Gleich drei EIMA-Auszeichnungen gab es bei den EIMA Technical Innovations Awards 2026 für New Holland. (Bild: New Holland)
Bei den EIMA Technical Innovations Awards 2026 wurden drei Technologien von New Holland prämiert. Die ausgezeichneten Entwicklungen zielen darauf ab, landwirtschaftliche Arbeitsabläufe produktiver, effizienter und einfacher zu gestalten. Sie betreffen Spezialtraktoren, Großballenpressen und Mähdrescher und werden auf der EIMA 2026 in Bologna vorgestellt.
Elektrische Energie für Traktor und Anbaugeräte
Das »T4F eSource Mild Hybrid System« erhielt einen EIMA Technical Innovation Award 2026. Der Prototyp eines Spezialtraktors verbindet Mild-Hybrid-Antriebsunterstützung mit der Elektrifizierung und koordinierten Steuerung von Front- und Heckanbaugeräten. Die Lösung ist auf die Anforderungen im Wein- und Obstbau ausgelegt und stellt elektrische Energie für Traktor und Anbaugeräte bereit.
Dabei geht es nicht nur darum, mechanische oder hydraulische Energie durch Elektrizität zu ersetzen. Traktor und Anbaugeräte tauschen Informationen und Energie aus, um den gesamten Arbeitsprozess abzustimmen. So lassen sich mehrere Arbeitsgänge in einer Überfahrt erledigen, während die jeweiligen Einstellungen und die Arbeitsqualität der einzelnen Anbaugeräte erhalten bleiben.
Auf der Messe wird das System mit einem hinten angebauten »Nobili e-BV 16 Mulcher« und einem vorn angebauten »Tecnovict 111E Entlauber« gezeigt. Laut Hersteller ermöglicht die Kombination Kraftstoffeinsparungen von bis zu 52 Prozent, geringere Emissionen, weniger Geräuschentwicklung sowie niedrigere Wartungs- und Betriebskosten. Zudem soll die optimierte Energienutzung die Flächeneffizienz verbessern.
Mehr Durchsatz beim Pressen
Die zweite Auszeichnung in der Kategorie Technical Innovation ging an »BigBaler Enhanced Baler Productivity«. Die Technologie soll die Produktivität und Bedienerfreundlichkeit von Großballenpressen erhöhen. Dafür kombiniert sie einen hydraulisch geregelten Antriebsstrang mit Rutschkupplung, Echtzeitsensorik und KI-basierten Steuerungen.
Das System überwacht kontinuierlich Drehmoment und Erntegutfluss. Ziel ist es, Leistung, Stabilität und Durchsatz der Ballenpresse zu optimieren und gleichzeitig den Eingriffsbedarf des Bedieners zu verringern. Anders als herkömmliche Überlastkupplungen, die den Erntegutfluss abrupt stoppen, arbeitet die Technologie mit kontrolliertem Schlupf. Lastspitzen können dadurch abgefangen werden, während der Betrieb gleichmäßiger weiterläuft.
Automatische Feinabstimmung, Selbstkalibrierung und vorausschauender Antriebsstrangschutz passen sich an wechselnde Erntebedingungen, Verschleiß und Temperatur an. Zusätzlich stimmt die Automatisierung zwischen Traktor und Ballenpresse die Fahrgeschwindigkeit auf die Leistung ab. Das soll den täglichen Durchsatz erhöhen und Standzeiten reduzieren. Eine Echtzeit-Drehmomentanzeige unterstützt den Fahrer dabei, die Maschine nahe an der Lastgrenze zu betreiben und die Kontrolle zu behalten.
Traktion für schwierige Erntebedingungen
Ein EIMA Technical Evolution Award wurde für »Combine Smart Traction Control« vergeben. Das Prototypsystem für Mähdrescher optimiert die Traktionsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse dynamisch. Grundlage sind Echtzeitinformationen zu Gelände, Gewichtsverteilung und Einsatzbedingungen.
Die Technologie soll Radschlupf, Kraftstoffverbrauch und Bodenschäden reduzieren und zugleich die Produktivität bei nassen, schlammigen oder hanglagigen Bedingungen aufrechterhalten. Dazu nutzt sie unter anderem Daten zu Hangneigung, Gangwahl sowie Korntank- und Kraftstofffüllstand. Der Fahrer stellt die gewünschte Traktionsbalance über den Fahrhebel ein. Anschließend reagiert das hydrostatische System automatisch auf wechselnde Feldbedingungen und verteilt die verfügbare Zugkraft zwischen Vorder- und Hinterachse.
Damit wird die verfügbare Traktion besser genutzt. Gleichzeitig soll das System Ausfallzeiten reduzieren, weil das Risiko sinkt, dass der Mähdrescher unter anspruchsvollen Bedingungen festfährt. Die Automatisierung verringert zudem den Eingriffsbedarf des Fahrers und berücksichtigt mehr Einflussgrößen, als bei manueller Steuerung möglich wären.




