Typ-Prüfung von Abscheideranlagen sichert Qualität und Funktion
Gebäude- + Grundstücksmanagement
Die GET erläutert, warum die Typ-Prüfung von Abscheideranlagen trotz CE-Kennzeichnung wichtig bleibt: Sie prüft bauliche Merkmale, Dichtheit und hydraulische Wirksamkeit nach DIN EN 858-1 und DIN EN 1825-1.

Durchführung einer Typ-Prüfung bei der TÜV Rheinland LGA Products GmbH (Bild: GET)
Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten und Fette leisten einen wichtigen Beitrag zum Gewässer- und Umweltschutz. Seit der europäischen Harmonisierung erfolgt ihre Marktzulassung über die CE-Kennzeichnung. Die frühere allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, kurz abZ, gibt es nicht mehr. Damit rückt die unabhängige Typ-Prüfung stärker in den Fokus, wenn es um Qualitätssicherung, Funktion und Vergleichbarkeit geht.
Im Gespräch mit der GET-Kompakt-Info-Redaktion erläutert Elmar Christ von der Prüfstelle TÜV Rheinland LGA Products GmbH, weshalb die CE-Kennzeichnung allein keine unabhängige Leistungsbewertung ersetzt. Sie basiert auf den vom Hersteller selbst deklarierten Eigenschaften und auf der werkseigenen Produktionskontrolle. Eine externe Prüfung soll ergänzend belegen, dass die Anlage die Anforderungen der harmonisierten Normen erfüllt.
Prüfung von Bauart und hydraulischer Leistung
Bei der Typ-Prüfung stellt der Hersteller ein vollständiges Abscheidersystem bereit. Auch ein Prototyp ist zulässig, sofern alle hydraulisch relevanten Abmessungen dem späteren Serienprodukt entsprechen. Zusätzlich prüft die Prüfstelle technische Unterlagen wie Zeichnungen, Einbauanleitungen und Dokumentationen.
Im weiteren Ablauf werden die baulichen Anforderungen, das Speichervolumen, die Dichtheit und die hydraulische Wirksamkeit kontrolliert. Damit deckt die Typ-Prüfung sowohl konstruktive Merkmale als auch die praktische Leistungsfähigkeit ab. Sie dokumentiert unter standardisierten Bedingungen, ob die Anlage die geforderten Eigenschaften erreicht.
Wirksamkeitsprüfung mit definierten Grenzwerten
Besonders aussagekräftig ist die Wirksamkeitsprüfung. Dabei wird die Anlage mit ihrem Nenndurchfluss betrieben. Bei Leichtflüssigkeitsabscheidern wird dem Wasser normgerecht Heizöl EL in einer festgelegten Konzentration zugesetzt. Nach einer definierten Einlaufzeit entnimmt die Prüfstelle fünf Wasserproben im Minutentakt. Anschließend werden die Proben mittels Infrarotspektroskopie oder Gaschromatographie analysiert.
Für Leichtflüssigkeitsabscheider unterscheidet die Norm zwei Leistungsklassen. Klasse I, also Koaleszenzabscheider, darf im Mittel maximal 5 mg Restöl pro Liter Ablaufwasser erreichen. Klasse II liegt bei höchstens 100 mg/l. Für Fettabscheider gilt ein Mittelwert von maximal 25 mg/l. Zusätzlich dürfen einzelne Messwerte festgelegte Höchstgrenzen nicht überschreiten. Erst wenn alle Kriterien erfüllt sind, gilt die Typprüfung als bestanden.
Neutral überwachte Qualität
Für Planer, Bauunternehmen, Behörden und Betreiber schafft die Typ-Prüfung eine nachvollziehbare Grundlage. Sie zeigt, ob eine Anlage die Anforderungen an Qualität, Funktion und Umweltschutz erfüllt, und kann zugleich Basis für weiterführende Zertifizierungen sein.
Die Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik e. V. setzt sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren für hohe Qualitätsstandards in der Entwässerungstechnik ein. Sie fordert eine kontinuierliche und neutrale Fremdüberwachung durch akkreditierte Prüfinstitute. Die Hersteller in der Gütegemeinschaft verpflichten sich freiwillig, ihre Abscheideranlagen von einer unabhängigen Prüfstelle typprüfen zu lassen.


