Aerifizierung im Herbst macht Rasenflächen winterfest
Maschinen und Geräte für den GaLaBau
Wiedenmann stellt mit »Terra Core 8« einen Aerifizierer für die Herbstpflege vor. Das Anbaugerät soll Verdichtungen in der oberen Bodenschicht lösen, den Luft- und Wasserhaushalt verbessern und Sport- sowie Grünflächen auf die nächste Wachstumsphase vorbereiten.

Neuer Aerifizierer »Terra Core 8« von Wiedenmann: Wer Rasenflächen sicher durch Herbst und Winter bringen will, sollte nicht erst im Frühjahr über deren Zustand nachdenken (Bild: Wiedenmann).
Wenn die Wachstumsperiode nachlässt, beginnt für Sport- und Grünflächen eine wichtige Pflegephase. Auch wenn das sichtbare Wachstum bei sinkenden Temperaturen zurückgeht, laufen im Boden weiter relevante Prozesse ab. Für Verantwortliche von Sportplätzen, Golfanlagen und gepflegten Grünflächen stellt sich deshalb im Herbst die Frage, wie die Grasnarbe gut durch die kalte und niederschlagsreiche Jahreszeit kommt. Eine zentrale Maßnahme ist die Belüftung: Sie soll Verdichtungen in der oberen Bodenschicht aufbrechen, den Austausch von Luft und Wasser verbessern und Öffnungen schaffen, über die etwa Sand eingebracht werden kann. Das unterstützt die Bodenstruktur und schafft günstigere Bedingungen für die Wurzeln.
Obere Bodenschicht gezielt bearbeiten
Nicht jede Verdichtung erfordert eine tiefgreifende Lockerung. Gerade bei intensiv genutzten Rasenflächen kann es sinnvoll sein, die oberen Zentimeter der Grasnarbe zu bearbeiten. Dort entstehen durch Nutzung, Pflegearbeiten und Witterung häufig Verdichtungen, die den Luft- und Wasserhaushalt beeinträchtigen können. Das Heck-Dreipunkt-Anbaugerät »Terra Core 8« von Wiedenmann ist für diesen Bereich ausgelegt. Es arbeitet mit 195 cm Arbeitsbreite und ermöglicht Arbeitstiefen von 40 bis 100 mm. Die Einstellung erfolgt in kleinen Schritten, sodass die Bearbeitung an die jeweiligen Bodenverhältnisse angepasst werden kann.
Für die Herbstpflege ist die Kombination aus definierter Arbeitstiefe und hoher Flächenleistung relevant. Bei einem quadratischen Lochbild von 61 x 61 mm erreicht das Gerät laut Hersteller bis zu 4.282 m² pro Stunde bei 2,2 km/h und 540 U/min an der Zapfwelle. Dabei entstehen 269 Löcher pro m²; je nach Einstellung sind bis zu 816 Löcher pro m² möglich.
Luft, Wasser und Sand im Boden
Das Ziel der Aerifizierung liegt nicht allein darin, Löcher in den Rasen zu bringen. Entscheidend ist, was dadurch im Boden passiert. Über die Öffnungen kann der Gasaustausch verbessert und die Wasserführung unterstützt werden. Bei entsprechender Arbeitsweise und dem Einsatz von Hohlzinken lassen sich Bodenpfropfen entnehmen. Anschließend kann Sand in die entstandenen Öffnungen eingebracht werden. So lässt sich die Maßnahme in ein umfassenderes Pflegekonzept integrieren. Auf Sport- und Golfanlagen, wo Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit der Grasnarbe wichtig sind, kann die gezielte Bearbeitung der oberen Bodenschicht ein sinnvoller Baustein sein.
Wie intensiv und in welcher Tiefe aerifiziert wird, hängt von Bodenart, Verdichtungsgrad, Nutzung und Zustand der Grasnarbe ab. Für unterschiedliche Anwendungen stehen Voll- und Hohlzinken mit verschiedenen Durchmessern zur Verfügung. Wechselbare Zinkenträger erleichtern die Anpassung der Maschine. Das integrierte »Vibra-Stop-System« soll Vibrationen vom Trägerfahrzeug und vom Bediener fernhalten. Durch die außermittige Anordnung des Getriebes kann das Gerät zudem versetzt angebaut werden. Auch mit breiteren Traktoren lässt sich dadurch eine einseitige Spurüberdeckung realisieren.
Zeitfenster für Regeneration nutzen
Die Belüftung ersetzt keine ganzheitliche Rasenpflege. Sie ist Teil eines Pflegeprogramms, das je nach Fläche auch Mähen, Düngen, Vertikutieren, Besanden und weitere Arbeitsschritte umfasst. Gerade deshalb lohnt der Blick auf den Herbst. Wenn die intensive Spielsaison auf vielen Flächen endet, entsteht ein Zeitfenster für Regenerationsmaßnahmen. Arbeiten, die während der Hauptnutzung nur eingeschränkt möglich sind, können dann gezielt durchgeführt werden. Ziel ist nicht die kurzfristige optische Veränderung, sondern die Verbesserung der Bedingungen im Wurzelraum für die nächste Wachstumsphase.
Gezeigt werden soll die Maschine auf der GaLaBau in Nürnberg vom 15. bis 18. September.





