Seilabspannungen für Stadtdeko und Beleuchtung sicher prüfen
Glatteisfrühwarnsysteme
Dekra rät Kommunen und Betreibern, Seilabspannungen für Straßenbeleuchtung, Weihnachtsdekoration und Werbeanlagen regelmäßig prüfen zu lassen. Korrosion, lockere Befestigungen oder ungeeignete Untergründe können im öffentlichen Raum zu Sicherheitsrisiken werden.

Die Dekra rät Kommunen dazu, Seilabspannungen für Straßenbeleuchtung oder Weihnachtsdekoration regelmäßig zu prüfen (Bild: ecanis).
Zur Weihnachtszeit werden in vielen Innenstädten wieder Beleuchtungselemente, Dekorationen und Werbeanlagen über Straßen und Fußgängerzonen montiert. Häufig hängen diese Elemente an Spannsystemen mit Drahtseilen, die zwischen Gebäuden oder anderen Bauwerken befestigt sind. Dekra weist darauf hin, dass Sachverständige bei solchen Befestigungs- und Abspannsystemen in Städten und Gemeinden immer wieder Mängel feststellen.
Drahtseilsysteme sind dauerhaft Witterungseinflüssen, Temperaturschwankungen sowie wechselnden Wind- und Zugbelastungen ausgesetzt. Alterung, Korrosion oder ein ungeeigneter Befestigungsuntergrund können dabei unbemerkt zu Risiken werden. Wenn ein Drahtseil reißt oder ein Befestigungspunkt nachgibt, kann das Passanten und Fahrzeuge gefährden. Für Kommunen, Stadtwerke sowie öffentliche und private Betreiber ist die regelmäßige Kontrolle daher ein wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherungspflicht.
Typische Mängel an Haken, Ösen und Drahtseilen
Zu den häufigen Schwachstellen zählen ungeeignete oder korrodierte Befestigungshaken und -ösen. Auch Befestigungen auf morschen Holzbalken oder lockerem Gemäuer können die Sicherheit beeinträchtigen. Bei Kontrollen finden Sachverständige außerdem gesplisste oder korrodierte Drahtseile, zu stark gespannte Seile und gelockerte Verbindungselemente.
Viele dieser Mängel sind vom Boden aus nicht zu erkennen. Gerade bei Anlagen, die saisonal genutzt werden, kann sich der Zustand zwischen zwei Einsatzzeiten verändern. Wird die Weihnachtsbeleuchtung im Herbst oder Winter wieder in Betrieb genommen, sollten deshalb nicht nur die Dekorationselemente selbst, sondern auch die Abspannungen und Befestigungspunkte geprüft werden.
Prüfung mit Sichtkontrolle und Messwerkzeugen
Die fachgerechte Prüfung umfasst eine Sichtprüfung sowie die Kontrolle der Wandbefestigungen und Drahtseile mit elektronischen Messwerkzeugen. Bei der Bewertung werden anerkannte technische Regelwerke berücksichtigt. Dazu gehören die DIN 1076 für Ingenieurbauwerke im Zuge von Straßen und Wegen sowie die VDI 6200 zur Sicherstellung der Stand- und Verkehrssicherheit von Bauwerken.
Die Zustandsbewertung unterstützt Betreiber dabei, Schäden frühzeitig zu erkennen und notwendige Maßnahmen rechtzeitig zu planen. Das gilt nicht nur für Weihnachtsdekorationen, sondern auch für Straßenbeleuchtungen und Werbeanlagen, die dauerhaft oder wiederkehrend über öffentlichen Verkehrsflächen angebracht sind.
Belastungstests für bestehende Systeme
Neben der Zustandsbewertung können Sachverständige auf Wunsch Belastungstests durchführen und die zulässigen Lasten bestehender Systeme ermitteln. So lässt sich vorab beurteilen, welche Lasten ein Drahtseilsystem sicher aufnehmen kann, etwa durch Weihnachtssterne, Lichtinstallationen oder Werbebanner.
Die Prüfungen richten sich an Kommunen, Stadtwerke sowie Betreiber und Eigentümer von Anlagen im öffentlichen Raum. Sie helfen dabei, besondere Prüfpflichten einzuhalten, Gefährdungen zu vermeiden und Haftungsrisiken zu reduzieren. Das betrifft auch weitere Ingenieurbauwerke wie Brücken, Masten, Sportstätten und Sonderbauten.


