Denkmalreinigung: Kärcher reinigt Brückenportale in Stuttgart
Hochdruckreiniger / Nass- und Trockensauger
Im Rahmen der Sauberkeitsoffensive Stuttgart reinigt Kärcher historische Brückenportale in Bad Cannstatt. Zum Einsatz kommen Dampfstufe und Partikelstrahlverfahren gegen Algen, Pilze und Graffiti.

Die Reinigungsexperten tragen Graffiti-Farbschichten schonend per Partikelstrahlverfahren ab. (Bild: Kärcher)
Die historischen Eisenbahnviadukt-Brückenportale an der König-Karl-Straße in Stuttgart-Bad Cannstatt werden über zwei Wochen kostenfrei gereinigt. Auf den rund acht Meter hohen Wandreliefs hatten sich über Jahrzehnte Staub, Algen, Pilze und Efeu angesammelt. Im unteren Bereich bedecken außerdem Graffiti Teile des Bauwerks. Die Arbeiten sind Teil der Sauberkeitsoffensive von Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper. Für Alfred Kärcher SE & Co. KG ist es nach der Fassade und der Außenanlage des Marmorsaals das zweite Reinigungsprojekt im Rahmen dieser Initiative.
Abgestimmtes Verfahren für empfindliche Oberflächen
Vor Beginn der Arbeiten führte das Team Testreinigungen auf kleineren Flächen durch. Auf dieser Basis wurde das Vorgehen mit dem Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart abgestimmt. Zunächst entfernen die Reinigungsspezialisten biogenen Bewuchs wie Algen und Pilze per Heißwasser-Hochdruckreinigung in der Dampfstufe. Anschließend werden Graffiti-Farbschichten mit einem Niederdruck-Partikelstrahlverfahren abgetragen.
Beide Methoden sind darauf ausgelegt, Verschmutzungen zu entfernen, ohne die empfindliche Steinoberfläche zu beschädigen. Bei der Dampfstufe liegt der Oberflächendruck bei 1 bis 2 bar, das Wasser wird auf rund 95 °C erhitzt. Der Dampf löst Algen und Pilze und tötet Sporen im Gestein ab. Dadurch soll ein erneuter Bewuchs verzögert werden. Beim Partikelstrahlverfahren wird einem Luftstrom ein feines Strahlmittel zugesetzt; in diesem Fall kommt Aluminiumsilikat zum Einsatz. Über Luftdruck und Strahlmittelmenge lässt sich der Abtrag der Farbschichten gezielt steuern.
Portale erinnern an die Eingemeindung Cannstatts
Die Brückenportale wurden zwischen 1912 und 1914 von Wayss & Freytag aus Kunststein errichtet. Sie flankieren den Ein- und Ausgang der Bahnüberführung zwischen Stuttgart und Bad Cannstatt an der König-Karl-Straße. Gestalterisch erinnern sie an die Eingemeindung Cannstatts im Jahr 1905 sowie an die römische Geschichte des Stadtteils.
Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper dankte dem Unternehmen für das Kultursponsoring sowie der Deutschen Bahn. Er betonte, dass die denkmalgeschützten Portale am Eingang nach Bad Cannstatt durch die Reinigung von Graffiti, Staub, Eisenkorrosion und Algen befreit würden. Auch Hartmut Jenner, Vorsitzender des Vorstands, stellte den Bezug zur Landeshauptstadt und zum Unternehmenssitz in der Region heraus.
Kultursponsoring seit 1980
Im Rahmen seines Kultursponsoringprogramms hat der Reinigungsgerätehersteller seit 1980 weltweit mehr als 300 Denkmäler restauratorisch gereinigt. Genannt werden unter anderem die Kolonnaden des Petersplatzes in Rom, die Christusstatue in Rio de Janeiro, die Memnonkolosse im oberägyptischen Luxor, die Hufeisentreppe des Schlosses von Fontainebleau und der antike Obelisk auf der Place de la Concorde in Paris. Die Arbeiten erfolgen nach Angaben des Unternehmens in enger Zusammenarbeit mit Denkmalschützern, Restauratoren und Kunsthistorikern.


