Bosch ordnet Konzernstruktur für mehr Kundennähe neu

Artikel vom 3. November 2026
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Bosch will seine Konzernstruktur in Deutschland neu ordnen. Mobility und zentrale Serviceeinheiten sollen als eigenständige Tochtergesellschaften geführt werden, um Entscheidungen zu beschleunigen und näher an Markt- und Kundenanforderungen zu arbeiten.

Bosch plant in Deutschland eine neue Konzernstruktur: Mobility und zentrale Servicebereiche sollen eigenständige Tochtergesellschaften werden. (Bild: Bosch)

Die Robert Bosch GmbH plant eine Neuordnung ihrer Konzernstruktur in Deutschland. Die Aktivitäten des Unternehmensbereichs Mobility sowie die zentralen Servicebereiche Bosch Digital, Global Business Services und Global Real Estate sollen in eigenständige Gesellschaften überführt werden. Vorgesehen ist, diese vier Einheiten künftig als 100-prozentige Tochtergesellschaften innerhalb der Gruppe zu führen.

Mit dem Schritt soll die Struktur vereinheitlicht werden. In den Unternehmensbereichen Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology bestehen bereits eigene Tochtergesellschaften für unterschiedliche Geschäftsfelder. Dieses Modell soll nun auch für Mobility und die genannten Servicebereiche in Deutschland umgesetzt werden.

Ziel der Neuordnung ist es, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Kundennähe, gestärktes Unternehmertum, mehr Flexibilität und kürzere Entscheidungswege im operativen Geschäft auszubauen. Das Marktumfeld werde anspruchsvoller, unter anderem durch neuen Wettbewerb aus Asien. Deshalb sollen Strukturen und Prozesse vereinfacht werden, damit Innovationen schneller in den Markt kommen.

Rund 62.500 Beschäftigte wechseln in neue Gesellschaften

Im Zuge der geplanten Neuordnung sollen rund 62.500 Mitarbeitende in Deutschland in die neuen Tochtergesellschaften wechseln. Der größte Teil davon entfällt auf den Mobility-Bereich. Die Arbeitsverträge sollen auf die neuen Gesellschaften übergehen.

Die bisherige Dachgesellschaft soll künftig vor allem die Unternehmenszentrale sowie die zentrale Forschung und Vorausentwicklung umfassen. Dort arbeiten derzeit mehr als 3000 Beschäftigte. Die operativen Einheiten sollen größere unternehmerische Handlungsspielräume erhalten, um schneller auf veränderte Märkte und Kundenbedürfnisse reagieren zu können.

Die Zentrale soll stärker als strategische Dachgesellschaft agieren und die operativen Bereiche dabei unterstützen, ihre jeweiligen Potenziale zu nutzen. Die Weiterentwicklung ist schrittweise bis Ende 2027 geplant. Die neuen Rechtseinheiten sollen am 1. August 2027 ihre operative Arbeit aufnehmen.

Mobility wird eigenständige Tochtergesellschaft

Der Unternehmensbereich Mobility soll als eigenständiges Tochterunternehmen innerhalb der Gruppe aufgestellt werden. Dadurch sollen Geschäfte stärker integriert und bereichsübergreifend gesteuert werden. Kunden sollen integrierte Lösungen aus einer Hand erhalten; zugleich sollen Entscheidungen beschleunigt, Prozesse verschlankt und Finanzmittel gezielter in Innovationen und Wachstumsfelder gelenkt werden.

Mit der eigenständigen Aufstellung sollen außerdem größere Spielräume für strategische Partnerschaften und neue Geschäftsmodelle entstehen. Mobility bleibt nach Angaben des Unternehmens der größte Unternehmensbereich. Im Jahr 2025 trug der Bereich mit 55,8 Mrd. Euro rund 60 % zum Gesamtumsatz bei.

Technologie- und Dienstleistungsgeschäft breit aufgestellt

Die Gruppe beschäftigte Ende 2025 weltweit rund 413.000 Mitarbeitende und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 91 Mrd. Euro. Die Geschäftsaktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology.

Mit ihrer Geschäftstätigkeit will die Gruppe Trends wie Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz technologisch mitgestalten. Die breite Aufstellung über Branchen und Regionen hinweg soll die Innovationskraft und Robustheit stärken. Rund 82.000 Mitarbeitende arbeiten weltweit in Forschung und Entwicklung.

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