Kehrfahrzeuge

Artikel vom 15. April 2020
Selbstfahrende Kehrmaschinen

Die Bucher 2020 hat sich schon lange auf dem Markt bewährt. Sie ist als Knicklenker für eine Kehrmaschine dieser Größe besonders wendig.

Bucher Municipal hatte im Jahre 2016 die Nase vorn, als die schweizerische Firma mit der Bucher CityCat 2020ev das erste elektrische 2-m³-Kompaktkehrfahrzeug überhaupt vorstellte. Inzwischen laufen die Maschinen im Alltagsbetrieb. Die Lithium-Ionen-Batterie liefert mit einer Kapazität von 56 kWh genügend Elektrizität für acht Stunden Einsatz im vergleichsweise harten Fahrmodus für Verbrauchs-Testzyklen gemäß der Norm EN 15429-1. Dank dem starken Onboard-Ladegerät kann die Batterie innerhalb von zwei bis drei Stunden problemlos an öffentlicher und privater Infrastruktur geladen werden.

Elektrisch angetriebene Kompaktkehrmaschine 2020ev von Bucher Municipal. Die Batterie liefert Energie für acht Stunden Kehreinsatz.

Äußerlich hat die CityCat 2020ev dieselben Abmessungen und damit auch dieselbe hohe Wendigkeit wie die konventionelle CityCat 2020, sie bietet überdies das gleiche hohe Kehrgutvolumen von zwei Kubikmetern und mit 1450 kg auch nahezu die gleiche Zuladung wie das Basismodell mit Dieselmotor. Auch die Bedienung von Fahrzeug und Besen ist die gleiche. Daher kann ein Fahrer ohne jegliche Umgewöhnung sofort vom Diesel- aufs Elektrofahrzeug umsteigen. Mit 40 km/h Spitzentempo fährt die Kompaktkehrmaschine auch gewohnt zügig zum Einsatzort. Ihre wirklichen Stärken zeigt die CityCat 2020ev jedoch im eigentlichen Betrieb. Bei gleicher Kehr- und Saugleistung wie das herkömmliche Modell mit Verbrennungsmotor produziert sie nämlich keinerlei Abgase, und ihr Lärmwert nach 2000/14/EG liegt bei gerade einmal 92 dB(A). Damit ist ihr Lärmpegel rund 10 dB(A) – also um ein Vielfaches – geringer als der Mittelwert der Konkurrenz mit konventionellem Dieselantrieb. Zur Erklärung: Das menschliche Gehör empfindet eine Lärmzunahme von 3 dB(A) als doppelt so laut.
Die populäre CityCat 2020 bedient schon länger dieses Segment. Aktuell ist sie jetzt mit einem Motor nach der Euronorm 6c ausgerüstet. Mit ihrem schlanken, knickgelenkten Fahrgestell durchfährt sie im Cityparcours enge Passagen und Kurven. In Kombination mit einem Frontbesen reinigt sie auch sehr breite Flächen. Als neue Optionen gibt es einen Dachausleger mit Hochdrucklanze, einen Zusatzwassertank (220 l) sowie ein Schrubbaggregat . Der vollständig aus Edelstahl gefertigte Kehrgutbehälter weist keine versteckten Schmutzecken auf. Die Höhe (1998 mm) und die Breite (1280 mm) der neuen CityCat 2020 sind indessen gleichgeblieben. Damit bleiben auch die günstigen Fahreigenschaften des wendigen Bestsellers von Bucher Municipal erhalten. Auch am elektronisch geregelten, lastabhängigen hydrostatischen Fahrantrieb mit zwei Fahrstufen, an der Hydraulikanlage sowie am Programmable Sweeping System (PSS) hat sich gegenüber dem Vorgängermodell nichts geändert. Für hohe Sicherheit und eine noch bessere Spurtreue rollt die CityCat 2020 standardmäßig auf 15-Zoll-Rädern (215/70 R 15 C). Mit ausgesprochen niedrigen Schall- und Schwingungswerten bietet die Fahrerkabine der neuen CityCat 2020 einen Arbeitskomfort, den Berufskraftfahrer aus hochwertigen Transportern kennen. Der Geräuschpegel im Inneren der Kabine liegt bei 99 dB(A); Zudem steht die Kabine auf Hydrolagern. Sie verringern schädliche Vibrationen um 30 %. Auf Wunsch sind Kombifederbeine erhältlich. Sie verringern die Vibrationen um weitere 20 % und sorgen gleichzeitig für ein ausgewogeneres Fahrverhalten.
Die Kleinkehrmaschine von Bucher ist die CityCat 1300 mit einen Kehrgutbehälter von 1,3 m³ Inhalt. Die Midi-Kompaktkehrmaschine wird von einem schadstoffarmen Dreizylinder-Dieselmotor angetrieben und ist wahlweise als Frontlenker oder mit optionaler Vierradlenkung bestellbar. Dank der schmalen Bauweise lässt sich das Fahrzeug auch unter engsten Platzverhältnissen einsetzen. Die kleinste der drei Bucher-Stadtkatzen ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schmalwurf, denn sie hat eine Bauhöhe von unter 2 m und die Breite misst gerade mal knapp über 1 m. Aufgrund ihrer geringen Höhe und Maschinenbreite ist sie eine optimale Kehrmaschinenlösung für alle beengten und nur eingeschränkt zugänglichen Bereiche. Obwohl mit dem Bucher-Winzling auch größere Flächen (Parkhäuser, Einkaufszentren, Werksareale und Wohnanlagen) gekehrt werden können, liegt ihre Stärke in Innenstadtbereichen mit schmalen Gehsteigen und verengten Straßen. Der hydrostatische, stufenlose Fahrantrieb sorgt für eine einfache und bequeme Handhabung. Beim Rückwärtsfahren wird der Saugmund automatisch angehoben, um Anfahrschäden zu verhindern. Die Bordhydraulik für die Kehraggregate und Bewegungszylinder wird mit zwei Pumpen versorgt: Eine Hydraulikpumpe versorgt das Sauggebläse im Kehrgutbehälter, die andere die Lenkung, die Kehrbesen und alle Bewegungszylinder. Der 32 kW/43 PS starke Deutz-Dieselmotor verfügt auch unter hoher Belastung über ausreichende Kraftreserven und wird über Motorenöl gekühlt. Gekehrt werden kann mit der CityCat 1300 auf einer Breite von bis zu 2200 mm mit zwei großen geschobenen Besen mit je 700 mm Durchmesser und hydraulischer Besenentlastung. Die beiden Besen sind an stabilen Armen aufgehängt, ihre Kinematik erlaubt voneinander unabhängige Bewegungen der Besen; bei zu starkem Gegendruck weichen sie Hindernissen aus. Die Besendrehzahl lässt sich stufenlos verstellen. Das Saugtechnikprinzip entspricht dem der größeren Schwester CityCat 2020: Der Schmutz wird zuerst über Wasserdüsen zur Staubbindung befeuchtet, mit den Kehrbesen in die Mitte befördert und dann durch den Saugmund unter der Vorderachse aufgenommen, um anschließend in den kippbaren, ein 1 m³ großen Behälter (aus rostfreiem Chromstahl) befördert zu werden. Der auf Rollen abgestützte Saugmund ist zwischen den Vorderrädern positioniert und ebenfalls mit Wasserdüsen versehen. Er kann hydraulisch über eine Taste stufenweise angehoben werden. Durch die spezielle Aufhängung lassen sich Hindernisse überfahren, ohne den Saugmund zu beschädigen. Das Gebläse ist so ausgelegt, dass mit seiner hohen Saugleistung auch starke Verschmutzungen ohne große Lärmemissionen aufgenommen werden können. Zwei Kunststofftanks über der Hinterachse dienen als Frischwasserreservoirs. Mit einer Elektropumpe werden der Saugmund und die Befeuchtungsdüsen der Besen mit Wasser versorgt. Durch eine spezielle Konstruktion verbleibt das Brauchwasser beim Kippen im Brauchwasserbehälter. Dieses integrierte Wasserrückgewinnungssystem sorgt einerseits für trockeneres Kehrgut, erhöht den Arbeitswasservorrat und verlängert damit andererseits den Arbeitseinsatz. Das Fahrgestell der CityCat 1300 besteht aus einem geschweißten Chassis mit gefederten Achsen, die Vorderachse ist mit Spiralfedern und Stoßdämpfern, die Hinterachse mit Doppelkonusfedern ausgestattet. Die Zuladung beträgt 800 kg. Die schallisolierte Fahrerkabine ist federnd auf Hydrolagern abgestützt. Die großzügig dimensionierte Frontscheibe besteht aus wärmedämmendem, reflexionsarmem Sicherheitsglas mit integrierter Heizung. Die Türen sind mit Schiebefenstern versehen, ein mehrstufiges Heiz-/Lüftungsgebläse sorgt für die richtige Klimatisierung. Die Bedienungs- und Überwachungsinstrumente sind übersichtlich und ergonomisch angeordnet. Das Anheben und Herunterfahren des Saugmundes wird über eine Taste gesteuert, die Bewegungen der beiden unabhängigen Besen über zwei Joysticks. Die serienmäßig eingebauten beheizbaren Rückspiegel sowie Arbeitsscheinwerfer auf dem Dach runden die umfangreiche Ausstattung der Fahrerkabine ab. Neu ist ein spezielles Staubbindungspaket für diese Maschine.

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