MAN startet Serienproduktion von MCS-fähigen eTrucks

Artikel vom 30. Juli 2026
Lastwagen über 7,5 t

MAN produziert im Werk München erstmals serienmäßige eTrucks mit »Megawatt Charging System (MCS)«. Die Technik ermöglicht Ladeleistungen bis 750 kW, Ladehübe von 20 auf 80 % in unter 30 Minuten und Tagesreichweiten von mehr als 1000 km.

MAN Truck & Bus hat die Serienfertigung MCS-fähiger eTrucks gestartet (Bild: MAN Truck & Bus).

Bei MAN Truck & Bus ist der erste serienmäßig produzierte eTruck mit »Megawatt Charging System (MCS)« vom Band gelaufen. Mit der nutzfahrzeugspezifischen Ladetechnik will der Hersteller kürzere Ladezeiten im batterieelektrischen Straßengüterverkehr ermöglichen. Die ersten Fahrzeuge werden schrittweise an Kunden in Belgien, Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Tschechien ausgeliefert. Damit soll parallel zum Fahrzeughochlauf auch der Aufbau eines passenden Ökosystems aus Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur unterstützt werden.

Ladeleistungen bis 750 kW

Im Vergleich zum etablierten »Combined Charging System (CCS)« erlaubt MCS deutlich höhere Ladeleistungen. Während CCS bei den eTrucks derzeit bis zu 375 kW ermöglicht, sind mit der neuen Ladetechnik bis zu 750 kW möglich. Der Ladestrom liegt dabei bei bis zu 1000 A, die Ladespannung bei bis zu 750 V. Dadurch verkürzen sich die Ladezeiten insbesondere im Fernverkehr deutlich.

Ein Ladehub von 20 auf 80 % Ladezustand der Batterie (State of Charge, SoC) dauert bei »MAN eTGX« oder »MAN eTGS« mit sechs Batterien und 534 kWh Gesamtbatteriekapazität weniger als 30 min. Bei Chassis-Fahrzeugen mit sieben Batterien und 623 kWh Gesamtkapazität lässt sich der Akku mit MCS in weniger als 40 min auf 80 % SoC laden. Die Fahrzeuge können damit während der gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeiten des Fahrpersonals nachgeladen werden.

Mehr Reichweite im Fernverkehr

Zwischen den Ladestopps sind Einzelreichweiten von bis zu 570 km möglich. Für einen typischen Fernverkehrssattelzug ergeben sich daraus Tagesreichweiten von mehr als 1000 km in der gleichen Arbeitszeit wie mit einem Diesel-Lkw. Für Betreiber bedeutet das kürzere Standzeiten, eine bessere Fahrzeugauslastung und mehr Flexibilität im Einsatz.

Der Hersteller sieht die neue Technik als Beitrag zur Einführung des Schnellladestandards für batterieelektrische Lkw in Europa. Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und IT-Backend-Systeme sollen dabei zusammen weiterentwickelt werden, damit die Systeme im praktischen Betrieb zuverlässig zusammenspielen.

Ladeanschlüsse für unterschiedliche Standorte

Für den Hochlauf der Technik arbeitet das Unternehmen mit Herstellern von Ladeinfrastruktur zusammen. Die eTrucks sind für unterschiedliche Ladesituationen ausgelegt. Neben der MCS-Ladeposition vorne links können optional weitere CCS-Lademöglichkeiten vorne rechts sowie bei Chassis rechts und links hinten integriert werden. Die Anordnung der Ladeanschlüsse soll den Zugang an öffentlichen und privaten Ladepunkten erleichtern.

In der 360-Grad-eMobility-Beratung werden verfügbare und geplante MCS-Ladepunkte bereits in die Einsatzplanung einbezogen. Für Langstreckenverkehre lassen sich damit Routen und Ladehalte berücksichtigen. Über »MAN Charge&Go« sollen Kunden europaweit an geprüften MCS- und CCS-Ladepunkten laden können.

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