Daimler Truck hebt Prognose 2026 nach 2. Quartal an

Artikel vom 26. August 2026
Lastwagen über 7,5 t

Daimler Truck rechnet für 2026 mit besseren Ergebnissen als bisher erwartet. Grund sind höhere Absatzerwartungen in Nordamerika, zollbedingte Entlastungen und ein höherer Free Cashflow im Industriegeschäft nach dem zweiten Quartal.

Karin Rådström (links), CEO Daimler Truck AG, und Eva Scherer, Chief Financial Officer Daimler Truck AG (Bild: Daimler Truck AG).

Daimler Truck hat die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht und die Jahresprognose angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBIT von 3,6 bis 4,1 Mrd. Euro. Bisher lag die Spanne bei 3,2 bis 3,7 Mrd. Euro. Auch die bereinigte Umsatzrendite im Industriegeschäft soll höher ausfallen: Statt 6 bis 8 % werden nun 7 bis 9 % erwartet.

Ausschlaggebend sind vor allem die erwarteten höheren Absatzzahlen bei Trucks North America sowie eine geringere Zollbelastung im weiteren Jahresverlauf. Das US-Handelsministerium hat den Antrag des Unternehmens auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen genehmigt. Diese Entscheidung wirkt rückwirkend zum 1. November 2025 und soll die weitere Geschäftsentwicklung unterstützen. Die aktualisierte Prognose setzt voraus, dass der derzeitige Rahmen des Handelsabkommens zwischen den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada bestehen bleibt. Änderungen bei Zollpolitik, Konjunktur oder geopolitischen Rahmenbedingungen sind darin nicht berücksichtigt.

Umsatz steigt, Ergebnis bleibt unter Vorjahr

Im zweiten Quartal legte der Umsatz des Industriegeschäfts auf 11,4 Mrd. Euro zu. Im Vorjahresquartal waren es 10,8 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzern-EBIT sank dagegen auf 838 Millionen Euro, nach 1.022 Mio. Euro im zweiten Quartal 2025. Die bereinigte Umsatzrendite des Industriegeschäfts lag bei 6,8 %, nach 9,2 % im Vorjahr. Auf Konzernebene belasteten Zölle weiterhin die Profitabilität.

Beim Free Cashflow des Industriegeschäfts verzeichnete der Konzern einen deutlichen Anstieg auf 1,8 Mrd. Euro. Im Vorjahresquartal waren es 20 Mio. Euro. Dazu trugen der Mittelzufluss aus ARCHION und eine verbesserte operative Cash-Generierung bei. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen nun einen Free Cashflow des Industriegeschäfts von 3,0 bis 3,5 Mrd. Euro. Zuvor lag die Prognose bei 2,7 bis 3,2 Mrd. Euro.

Absatzprognose für 2026 angepasst

Der Konzernabsatz soll 2026 nun zwischen 340.000 und 370.000 Einheiten liegen. Bisher war eine Spanne von 330.000 bis 360.000 Einheiten vorgesehen. Für das Industriegeschäft wird ein Umsatz von 43 bis 47 Mrd. Euro erwartet, nach zuvor 42 bis 46 Mrd. Euro.

Besonders deutlich fällt die Anpassung bei Trucks North America aus. Für das Segment wird nun eine bereinigte Umsatzrendite von 9 bis 11 % erwartet; bislang lag die Spanne bei 6 bis 8 %. Auch die Absatzprognose wurde auf 160.000 bis 180.000 Einheiten angehoben. Zuvor waren 150.000 bis 170.000 Einheiten angesetzt.

Bei Mercedes-Benz Trucks stiegen Absatz und Umsatz im zweiten Quartal. Der Absatz erhöhte sich um 10 % auf 38.970 Einheiten, der Umsatz um 10 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 317 Mio. Euro, nach 283 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite erreichte 6,0 %.

Busgeschäft mit schwächerer Absatzprognose

Für Daimler Buses wurde die Absatzprognose gesenkt. Statt 25.000 bis 30.000 Einheiten werden nun 20.000 bis 25.000 Einheiten erwartet. Grund ist die schwache Marktentwicklung in Lateinamerika und Mexiko. Im zweiten Quartal sank der Absatz des Segments um 13 Prozent auf 6.132 Einheiten. Der Umsatz stieg dennoch um 6 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Das bereinigte EBIT lag bei 150 Mio. Euro, die bereinigte Umsatzrendite bei 9,6 %.

Das Segment Financial Services meldete im zweiten Quartal ein Neugeschäft von 2,6 Mrd. Euro. Der Umsatz lag bei 876 Mio. Euro, das bereinigte EBIT bei 58 Mio. Euro. Für die erste Jahreshälfte ergab sich eine bereinigte Eigenkapitalrendite von 6,3 %.

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