Digitalisierung im Tiefbau: Von Vermessung bis Drohnenaufmaß
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Dreger Tiefbau zeigt, wie Digitalisierung auf der Baustelle Schritt für Schritt funktionieren kann: mit digitaler Vermessung, »3D-Steuerung«, Drohnenaufmaß und mobiler Zeiterfassung – aber immer auf Basis von handwerklichem Können und geschulten Mitarbeitenden.

Digitalisierung kann handwerkliche Fähigkeiten unterstützen, ist Daniel Dreger überzeugt (Bild: Dreger Tiefbau).
Viele Baufirmen suchen nach einem praktikablen Weg, digitale Technik auf die Baustelle zu bringen, ohne die Mitarbeitenden zu überfordern. Das Bauunternehmen aus Sassenberg im Münsterland setzt dabei auf einen schrittweisen Ansatz: Moderne Technik soll Abläufe erleichtern, ersetzt aber weder handwerkliches Können noch Erfahrung. Erst wenn das fachliche Fundament stimmt, können digitale Werkzeuge ihre Wirkung entfalten.
Zum Leistungsspektrum gehören Tiefbau, Straßenbau, Erdbau und Abbrucharbeiten. Hinzu kommen vermehrt Aufträge in der Renaturierung, etwa wenn begradigte Flüsse wieder naturnäher gestaltet werden. Auftraggeber sind vor allem Gemeinden, Kommunen, Städte und Versorger aus der Region. Für diese Aufgaben bleibt das Zusammenspiel der Gewerke entscheidend. Digitale Prozesse unterstützen dabei, steigende Anforderungen besser zu bewältigen und die Ausführung genauer vorzubereiten.
Vom Aufmaß zum digitalen Modell
Der Einstieg in die Digitalisierung begann mit der Bauvermessung. Mit einem Roverstab wurden Gelände, Höhen und Punkte auf den Baustellen aufgenommen. Aus diesen Daten entstanden im Büro digitale Geländemodelle und Planungsdaten. Sie dienten später als Grundlage für die Maschinensteuerung und sorgten dafür, dass Vermessung, Planung und Ausführung enger zusammenrückten.
Nachdem der Umgang mit dem digitalen Modell eingespielt war, wurden auch Baumaschinen in den Prozess eingebunden. Zunächst kamen 2D-Steuerungen zum Einsatz, anschließend folgte der Schritt zur »3D-Steuerung«. Die Planungsdaten standen den Fahrern dadurch direkt in der Kabine zur Verfügung, unter anderem auf einem »Cat Kettenbagger 323« und einem »Cat Deltalader 299«. Entscheidend bleibt jedoch, dass die Beschäftigten die Technik nicht nur bedienen, sondern auch verstehen. Denn exakte Ergebnisse setzen korrekte Geländedaten, eine sauber kalibrierte Maschine und zuverlässige Korrektursignale voraus. Wenn Ausgangsdaten nicht stimmen, Bauteile verschleißen oder der Empfang auf der Baustelle schwierig ist, müssen Maschinisten weiterhin fachlich beurteilen können, was zu tun ist.
Daten ohne Medienbruch weiterverarbeiten
Mit der wachsenden Zahl digital erfasster Baustellendaten rückte auch die Weiterverarbeitung im Büro stärker in den Fokus. Ziel ist, Informationen möglichst ohne Medienbrüche zu nutzen und Mitarbeitende von zeitaufwendigen Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Dazu wurde schrittweise eine mobile Zeiterfassung eingeführt. Poliere erfassen Stunden für sich und ihre Kollegen per iPad direkt auf der Baustelle.
Für Aufmaße investierte das Unternehmen zusätzlich in eine Drohne. Flächen und Massen müssen dadurch nicht mehr vollständig vor Ort ermittelt werden. Ein Überflug liefert Daten, aus denen digitale Geländemodelle entstehen. Daraus lassen sich Mengen berechnen, Baufortschritte dokumentieren und Abrechnungen vorbereiten. Auch hier zeigt sich: Die Technik bringt vor allem dann Nutzen, wenn Abläufe, Bezeichnungen und Datenstrukturen klar definiert sind. Darum wurde im Betrieb eine eigene Stelle für IT-Themen geschaffen, um Prozesse zu ordnen, Informationen zu bündeln und einheitliche Begriffe festzulegen.
Digitalisierung bleibt damit ein laufender Lernprozess. Sie soll nicht Selbstzweck sein, sondern die Arbeit auf Baustellen einfacher machen. Der persönliche Kontakt zu Auftraggebern und das Verständnis für praktische Herausforderungen bleiben dabei ebenso wichtig wie digitale Werkzeuge.



