Mähroboter mit Kantenarm und Tiererkennung

Artikel vom 6. Oktober 2026
Mähroboter

Segway Navimow stellt mit dem »Navimow H5 Pro« einen kabellosen Mähroboter vor, der Rasenkanten per ausfahrbarem Arm bearbeitet. KI-Navigation, LiDAR, NRTK und Thermalsensorik sollen auch in komplexen Gärten präzises Mähen und mehr Schutz für Kleintiere unterstützen.

Der kabellose Mähroboter »Navimow H5 Pro« erkennt Kleintiere auch bei schlechter Sicht. (Bild: Segway Navimow)

Mit dem »Navimow H5 Pro« stellt Segway Navimow einen kabellosen Mähroboter für komplexe Gärten vor. Das Gerät wurde auf der IFA in Berlin und der GaLaBau in Nürnberg präsentiert und zur IFA mit dem CHIP Highlight Award 2026 ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stehen Kantenpflege ohne manuelles Nacharbeiten, KI-gestützte Navigation und zusätzliche Sensorik zum Schutz von Kleintieren.

Kantenmähen mit ausfahrbarem Arm

Der ausfahrbare »EdgeMaestro«-Arm fährt um 7,7 cm aus und bringt die Mähscheibe näher an feste und weiche Begrenzungen heran. So sollen Rasenkanten an Zäunen, Mauern, Terrassen, Beeten, Sträuchern oder geschwungenen Flächen ohne stehenbleibende Streifen gemäht werden. Die Software »EdgeSense 2.0« koordiniert die Bewegung in Echtzeit und passt sie an unterschiedliche Kantenformen, Übergänge und Wegkreuzungen an.

Für unebene Bereiche nutzt das System einen omnidirektionalen, schwimmend gelagerten Mäharm. Er folgt vertikalen Bodenwellen, gibt bei seitlichen Hindernissen wie Bodenleuchten nach und hält die Mähscheibe in Bodennähe. Ein integriertes Rechenmodul zieht Kantenrasen nach innen zum Messer, zwei Führungsräder reduzieren die Reibung entlang der Begrenzung. Für das Kantenmähen kommt dieselbe Mähscheibe wie auf der Hauptfläche zum Einsatz. Ein Mähscheibenschutz soll umherfliegendes Schnittgut reduzieren, die Sturzerkennung ein Umkippen an Grundstücksgrenzen verhindern. Beim Kantenmähen wird ein Geräuschpegel von 58 dB(A) angegeben.

Navigation, Antrieb und Hinderniserkennung

Der »Xero-Turn«-Allradantrieb soll Steigungen bis 80 % beziehungsweise 38,6° bewältigen. Einzelrad-Radnabenmotoren an allen vier Rädern ermöglichen eine gezielte Drehmomentsteuerung ohne herkömmliche Antriebswellen und Differenziale. Zusammen mit der Hinterradfederung sollen die Räder auch auf unebenem Terrain Bodenkontakt halten und bis zu 6 cm hohe Hindernisse, Vertiefungen oder Kieswege überwinden.

Die Dual-Modus-Lenkung wechselt zwischen einer Drehung auf der Stelle und einer präzisen Lenkung nach Automobilstandard. Damit sollen Spurrillen und das Ausreißen von Rasen reduziert werden. Für die Navigation kombiniert das »EFLS Tri-Fusion«-System LiDAR, optische Sicht und NRTK-Navigation. Je nach Umgebung wählt das System die passende Navigationsstrategie, etwa in Bereichen mit komplexen Formen oder eingeschränkter Sicht.

Tierschutz und App-Funktionen

Das »VisionFence 360°«-System kombiniert drei KI-Kameras, LiDAR und thermische Infrarotsensorik. Hindernisse und Kleintiere sollen dadurch auch bei schlechten Lichtverhältnissen, Dunkelheit, Nebel oder Schlechtwetter erkannt werden. Wird ein Tier identifiziert, stoppt der Mäher und ändert seine Route. Zusätzlich verfügt die App über einen Nachtfahrverbots-Modus.

Das Unternehmen unterstützt die Igelhilfe Schulzendorf e.V. für mindestens ein Jahr finanziell und operativ. Die Zusammenarbeit umfasst kontrollierte Produkttests in der Pflegestation, gemeinsam erarbeitete Informationsinhalte und Mitmach-Aktionen für die Öffentlichkeit im Herbst. Da Igel sich bei Gefahr einrollen statt zu flüchten, wird der Schutz der Tiere als wichtiger Punkt bei der Entwicklung beschrieben. Gartenbesitzer werden außerdem dazu angeregt, eine wilde Ecke als Rückzugsort einzurichten und diese in der App als »No-Go-Zone« zu markieren.

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