DAF und Einride integrieren SAE-4-Autonomie in Elektro-Lkw

Artikel vom 7. Oktober 2026
Lastwagen über 7,5 t

DAF und Einride arbeiten an der Integration des autonomen Fahrsystems »Einride Driver« in eine Elektro-Lkw-Plattform. Ziel sind skalierbare SAE-4-Transporte, die Fahrer entlasten und steigenden Kosten im Güterverkehr begegnen. Tests sind ab 2026 geplant.

DAF und Einride planen die Integration des autonomen Fahrsystems »Einride Driver« in eine Elektro-Lkw-Plattform. (Bild: DAF Trucks)

DAF und Einride haben eine gemeinsame Initiative angekündigt, um das autonome Fahrsystem »Einride Driver« in eine Elektro-Lkw-Plattform zu integrieren. Die Partner sehen darin einen Schritt hin zu kommerziell nutzbaren, autonomen elektrischen Frachttransporten nach SAE-Stufe 4. Hintergrund sind Herausforderungen wie Fahrermangel und steigende Betriebskosten.

SAE-Stufe 4 beschreibt ein hohes Maß an Fahrautomatisierung. Fahrzeuge können dabei unter vorab definierten Bedingungen wiederkehrende Fahraufgaben selbstständig ausführen, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Verfügbare Fahrer könnten sich so stärker auf Aufgaben im Logistikbetrieb konzentrieren, bei denen Erfahrung, Fachwissen und Urteilsvermögen gefragt sind.

Integration in die Elektro-Lkw-Plattform

Im ersten Schritt arbeiten die Partner mit Fachleuten des niederländischen Forschungsinstituts TNO an der Definition und Prüfung der Schnittstellen. Ziel ist es, das autonome Fahrsystem sicher und skalierbar in die elektrische Lkw-Plattform einzubinden, die als »International Truck of the Year 2026« ausgezeichnet wurde.

Dazu gehört die Einrichtung der technischen Schnittstellen, die für einen autonomen Betrieb erforderlich sind. Erste Tests und Validierungen der wichtigsten Schnittstellen sind für 2026 vorgesehen. 2027 soll die Software für autonomes Fahren integriert und in Betrieb genommen werden. Anschließend folgen weitere Schnittstellenvalidierungen und Funktionstests an einem Lkw.

Typgenehmigung und weitere Entwicklung

Unterstützt durch TNO arbeiten die Beteiligten eng mit Typgenehmigungsbehörden zusammen. So soll sichergestellt werden, dass die Plattform für spätere Erweiterungen auf öffentlichen Straßen konform ausgelegt ist.

Die Initiative knüpft zudem an Aktivitäten von PACCAR im Bereich autonomes Fahren an. Im North American Autonomous Vehicle Platform Program wurden bereits Erfahrungen gesammelt. Parallel treibt PACCAR die Entwicklung autonomer Lkw gemeinsam mit Anbietern von Full-Stack-Technologie voran. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen zusätzliche Möglichkeiten schaffen, autonome Funktionen innerhalb der Plattform schneller weiterzuentwickeln.

Elektro-Baureihe und digitale Frachtplattform

Der Hersteller bietet eine Elektro-Baureihe an, die vom 12-Tonner »XB Electric« für den städtischen Verteilerverkehr bis zu den Modellen »XG Electric« und »XG+ Electric« für den Fernverkehr reicht. Diese teilen ihre technische Basis mit den Baureihen »XD Electric« und »XF Electric«, die für Effizienz, Antriebsstrang und Fahrerkomfort ausgezeichnet wurden.

Das Technologieunternehmen wurde 2016 in Stockholm gegründet und entwickelt Lösungen für autonomen und elektrischen Frachtverkehr. Die Plattform verbindet KI-gestützte Frachtintelligenz, eigene autonome Technologie und eine elektrische Schwerlastflotte. Das Geschäftsmodell umfasst Freight-Capacity-as-a-Service sowie Software-as-a-Service-Angebote für Kunden in Nordamerika, Europa und dem Nahen Osten.

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