Vielseitige Geräteträger für den kommunalen Ganzjahreseinsatz
Kommunaltraktoren und Geräteträger groß
Das vielseitige Unimog-Programm von Mercedes-Benz Special Trucks bietet Geräteträger und Transportfahrzeuge von 190 bis 354 PS sowie bis zu 16,5 t Gesamtgewicht für den Ganzjahreseinsatz.

Der hochgeländegängige Unimog »U 5023« als Abrollkipper mit Hakenlift und Seilwinde. (Bild: Daimler Truck AG)
Ob Grünflächenpflege, Straßenunterhaltung, Winterdienst oder Transportaufgaben: Kommunale Fahrzeuge müssen häufig sehr unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Besonders für Dienstleistungsunternehmen, die neben kommunalen Arbeiten auch in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, sind flexibel einsetzbare Fahrzeugkonzepte von Bedeutung. Mercedes-Benz Special Trucks bietet mit dem »Unimog« ein breit aufgestelltes Modellprogramm, das unterschiedliche Leistungsklassen, Antriebskonzepte und Ausstattungsvarianten umfasst.
Vom kompakten Geräteträger bis zum schweren Transportfahrzeug
Den Einstieg in das Programm der Unimog-Geräteträger bildet der »U 219«. Mit einer Motorleistung von 190 PS, einem Radstand von 2800 mm und einem Wendekreis von 12,6 m ist er insbesondere auf Arbeiten unter beengten Platzverhältnissen ausgelegt. Die Freisichtkabine unterstützt eine gute Übersicht, während die Arbeitshydraulik den Einsatz unterschiedlicher Anbaugeräte ermöglicht. Damit eignet sich das Modell unter anderem für die Grünflächenpflege, Mäharbeiten und den Heckenschnitt.

Das Einstiegsmodell Unimog »U 219« mit niedriger Beladehöhe. (Bild: Daimler Truck AG)
Zwischen den Modellen »U 319« und »U 423« ist der »U 323« positioniert. Der Geräteträger verfügt über 231 PS und ist mit Automatikgetriebe, Nebenabtrieb sowie unterschiedlichen Hydraulikoptionen erhältlich. Je nach Einsatzanforderung stehen drei Radstände von 3000, 3150 oder 3600 mm zur Wahl. Die unterschiedlichen Konfigurationen ermöglichen eine Anpassung an kommunale Aufgaben und verschiedene Arbeitsgeräte.
Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten die Modelle »U 327«, »U 427« und »U 430«. Für diese Fahrzeuggruppe stehen Radstände von 3150 beziehungsweise 3600 mm zur Verfügung. Die verwendeten Motoren aus der Mercedes-Benz-Atego-Baureihe decken innerhalb des Unimog-Programms ein Leistungsspektrum von 190 bis 354 PS ab.
Für anspruchsvolle Transportaufgaben sind unter anderem die Modelle »U 527« und »U 530« vorgesehen. Beide verfügen über Sechszylindermotoren und können mit entsprechender Sonderausstattung ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 16,5 t erreichen. Der »U 527« leistet 200 kW (272 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 1100 Nm bereit. Beim »U 530« sind es 220 kW (299 PS) und 1200 Nm. Die Fahrzeuge werden mit Radständen von 3350 oder 3900 mm angeboten und lassen sich mit unterschiedlichen Aufbauten und Anhängesystemen ausrüsten. Dadurch kommen sie auch für Transportaufgaben in der Land- und Forstwirtschaft infrage.
Zum 75-jährigen Jubiläum des Unimog ergänzte Mercedes-Benz im Jahr 2021 das Programm um die Modelle »U 435« und »U 535«. Beide verfügen über eine Motorleistung von 260 kW (354 PS). Darüber hinaus wurden die Schaltzeiten weiter verkürzt, um die Kraftübertragung und den Fahrbetrieb zu verbessern.

Der Unimog »U 530« mit Leitpfostenwaschgerät. (Bild: Daimler Truck AG)
Flexible Bedienung von Anbaugeräten
Ein wesentlicher Bestandteil des Fahrzeugkonzepts ist die Möglichkeit, unterschiedliche Arbeitsgeräte über mechanische und hydraulische Schnittstellen zu betreiben. Neben der Serienhydraulik steht hierfür die Leistungshydraulik »VarioPower« zur Verfügung. Sie erweitert die Möglichkeiten beim Einsatz hydraulisch angetriebener Anbaugeräte und ist insbesondere für leistungsintensive Arbeitsaufgaben vorgesehen.
Mit dem Bediensystem »UNI-TOUCH« hat Mercedes-Benz zudem die Steuerung der Anbaugeräte weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht ein dreh- und neigbarer Touchscreen, über den sich verschiedene Fahrzeug- und Gerätefunktionen bedienen lassen. Die verschiebbare Mittelkonsole wurde schlanker gestaltet und bietet individuell belegbare Bedienelemente. Wiederkehrende Arbeitsabläufe können gespeichert und bei Bedarf erneut aufgerufen werden. Das reduziert den Bedienaufwand, beispielsweise beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Arbeitsgeräten.

Der Unimog Geräteträger »U 327« mit neuem Bediensystem UNI-TOUCH in Wertheim. (Bild: Daimler Truck AG)
Eine weitere Besonderheit ist das Lenksystem »VarioPilot«. Dabei lassen sich Lenkrad und Pedalerie auf die Beifahrerseite verschieben. Je nach Arbeitsaufgabe kann der Fahrer dadurch die günstigere Sitzposition wählen, etwa wenn die Sicht auf seitlich montierte Geräte oder den Fahrbahnrand entscheidend ist.
Für Arbeiten mit häufig wechselnden Geschwindigkeiten steht der synergetische Fahrantrieb zur Verfügung. Er kombiniert einen hydrostatischen Antrieb mit einem mechanischen Schaltgetriebe. Zwischen den beiden Antriebsarten kann ohne Fahrzeugstillstand gewechselt werden. Während sich der hydrostatische Betrieb besonders für Arbeitsfahrten mit präziser Geschwindigkeitsregelung eignet, ermöglicht das Schaltgetriebe wirtschaftliche Transportfahrten. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 89 km/h lassen sich die Geräteträger auch auf längeren Strecken zwischen verschiedenen Einsatzorten bewegen.
Fahrerarbeitsplatz und Sicherheitssysteme
Die Unimog-Geräteträger sind mit einer Freisichtkabine ausgestattet, deren Gestaltung auf eine gute Übersicht über das Fahrzeugumfeld und die angebauten Arbeitsgeräte ausgerichtet ist. Die charakteristische Kurzhaube prägt das Erscheinungsbild. LED-Leuchten in den Stoßfängern sowie Dachscheibenwischer unterstützen die Sicht bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen.
Im Innenraum gehören ein Multifunktionslenkrad, Lenkstockhebel und ein digitales Kombiinstrument zu den zentralen Bedienelementen. Die Anordnung soll wichtige Fahrzeugfunktionen gut erreichbar machen und dem Fahrer relevante Betriebsinformationen übersichtlich bereitstellen.
Seit Juli 2024 erfüllen die entsprechend ausgestatteten Unimog-Geräteträger die Anforderungen der europäischen General Safety Regulation II (GSR II). Zur Sicherheitsausstattung zählen unter anderem der »Sideguard Assist« und der »Frontguard Assist«, ein Verkehrszeichen-Assistent, eine Rückfahrkamera sowie ein Reifendruck-Warnsystem.
Ergänzend unterstützt ein Abbiegekamerasystem mit Ultraschallsensoren die Überwachung der Fahrzeugseiten. Es erkennt mögliche Gefahrenbereiche und warnt den Fahrer bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h optisch und akustisch. Gerade bei Einsätzen im innerstädtischen Verkehr, in dem sich Nutzfahrzeuge den Verkehrsraum mit Fußgängern und Radfahrern teilen, können solche Systeme die Übersicht verbessern.
Auch für schwieriges Gelände ausgelegt
Neben den klassischen Geräteträgern bietet Mercedes-Benz mit dem hochgeländegängigen »U 5023« eine Variante für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen an. Das Fahrzeug eignet sich unter anderem für Arbeiten auf schwer zugänglichen Flächen und in hochwassergefährdeten Gebieten.
Mit entsprechender Kommunalhydraulik kann der »U 5023« auch unterschiedliche Arbeitsgeräte betreiben. Dazu zählen beispielsweise Streuer oder Astscheren. Damit sind neben speziellen Gelände- und Transportaufgaben auch kommunale Anwendungen einschließlich des Winterdienstes möglich.
Die Bandbreite des Unimog-Programms reicht somit von kompakten Fahrzeugen für die innerörtliche Grünflächenpflege bis zu leistungsstarken Geräteträgern und hochgeländegängigen Spezialfahrzeugen. Für Kommunen und private Dienstleister eröffnet dies die Möglichkeit, Fahrzeugausstattung und Anbaugeräte gezielt auf die jeweiligen Arbeitsaufgaben abzustimmen und vorhandene Technik über verschiedene Jahreszeiten hinweg einzusetzen.



